Rezensionen
Charles Venant: Pour la patrie et l’honneur [Für das Vaterland und die Ehre]
Ein französischer Autor hat sich mit einer oft unbekannten Phase unserer Militärgeschichte befasst.
Dufour, ein berühmter jedoch verkannter Mann
Ich hatte schon immer ein großes Interesse an Guillaume Henri Dufour, sowohl an seiner Person als auch an seinen Leistungen. Das hängt wahrscheinlich mit meiner Leidenschaft für Geschichte, meiner Ausbildung als Bauingenieur und meiner Karriere bei den Festungstruppen zusammen. Da ich nicht den Eindruck habe, alles über ihn zu wissen, freute ich mich darauf, mich auf die Entdeckung des kürzlich von Professor Joseph Jung und anderen Autoren herausgegebenen biografischen Werks zu begeben. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Rudolf Jaun: Histoire de l’armée suisse Du XVIIe siècle à nos jours
En 2019, Rudolf Jaun, ancien professeur titulaire d’histoire moderne et d’histoire militaire au département d’histoire de l’Université de Zurich, comblait une lacune pour le public alémanique avec sa Geschichte der Schweizer Armee : vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Jaun 2019). Quatre ans après, les éditions Alphil en ont publié la traduction française, Histoire de l’armée suisse. Du XVIIe siècle à nos jours. Le livre est en tous points conforme à la version allemande dont il reprend même la couverture. Le compte-rendu rédigé par Christian Bühlmann, membre du comité de l'ASHSM dans la revue stratos digital, décrit d’abord la structure de l’ouvrage, puis sa méthodologie, son importance et conclut sur sa pertinence pour les lectrices et lecteurs potentiels.
Geschichte der Schweizer Armee vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart
Rudolf Jaun, emeritierter Professor für Geschichte der Neuzeit und Militärgeschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich sowie Leiter des Department of Military History an der Militärakademie an der ETH Zürich bis 2012 schliesst mit der "Geschichte der Schweizer Armee vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart" eine Lücke. Das brillant geschriebene und sorgfältig bebilderte Buch ist die erste umfassende Darstellung der Armee des Kleinstaates im Herzen Europas, der sich – umgeben von Grossmächten – mit seiner Armee mit begrenzten personellen und finanziellen Mitteln über die Jahrhunderte gegen aktuelle und auch imaginäre Bedrohungen zu wehren hatte.
Der Obersten-Affäre: abgeschlossen, aber nicht gelöst – Eine Rezension des Buches von Fritz Stoeckli
Die "Obersten-Affäre" erinnert an eine kurze, aber intensive Episode unserer militärisch-politischen Geschichte während des Ersten Weltkriegs: Zwei hochrangige Armeeoffiziere wurden angeklagt und verurteilt, Informationen an die Mittelmächte weitergegeben und damit die Neutralität der Schweiz verletzt und die inneren Spannungen zwischen der französischen und der deutschen Schweiz geschürt zu haben. Brigadier Fritz Stoeckli, versiert in stabsmässigen Abläufen, militärgeschichtlich bewandert, präzise und sachlich wie ein Wissenschaftler, hat es geschafft, den Fall neu zu positionieren, das bereits Gesagte und Geschriebene zusammenzutragen und mit unveröffentlichtem Archivmaterial zu ergänzen. Ich habe dieses Buch mit Interesse und Vergnügen gelesen und kam nicht umhin, Extrapolationen vorzunehmen, die Fritz Stoeckli aufgrund seiner intellektuellen Strenge nicht machen konnte. Vielleicht gilt das auch für andere, die es lesen werden...
Fritz Stoeckli: Espionnage russe depuis la Suisse 1914 – 1917
Während des Ersten Weltkriegs war die Schweiz eine Plattform für alle Kriegsparteien, die ihre Neutralität und geografische Lage ausnutzten und hier Stützpunkte für ihre Spionage und Gegenspionage einrichteten. Die Aktivitäten der französischen, deutschen und österreichischen Dienste sind gut bekannt, im Gegensatz zu denen Russlands. Dieses Land hatte sich auch dafür entschieden, von der Schweiz aus zu spionieren, doch aufgrund fehlender Informationen verzögerte sich die Forschung zu diesem Thema. In den letzten Jahren wurden jedoch unveröffentlichte Dokumente aus russischen Archiven gesammelt, die den Schleier über diesen Aktivitäten lüften.
![Charles Venant: Pour la patrie et l’honneur [Für das Vaterland und die Ehre]](https://svmm-ashsm.ch/wp-content/uploads/2024/01/venant-712x1024.jpg)





